Erinnerungen lassen sich wiederbeleben.

In Bildern. Geschichten. Kleinen Gläschen mit Zetteln drinnen. Erinnerungskisten.

In diesem Nachklang entführe ich nach Italien, zu einem immer wiederkehrenden Sommerausklangs-Seminar in die Villa Rosa in Grado. Vergnüglich lasse ich diese Erlebnisse Revue passieren. Gleichzeitig keimt eine Vorfreude in mir, denn des Meeres und des Lebens Wellen in Grado stehen bereits für die kommenden Jahre wieder im Kalender. Herrlich!

Des Meeres und des Lebens Wellen | Kreatives Schreiben in Italien

Immer wieder Grado. Sonne. Sand. Meer. Genuss pur …

Bereits bei der Anreise macht sich eine Ruhe in mir breit, das Licht draußen verändert sich, die Landschaft ebenso. Und dann heißt es Fenster auf, den Fahrtwind ins Auto lassen und den Geruch der Lagune willkommen heißen. Villa Rosa ich komme.

Hinterm Paravent in der Villa Rosa ist Platz für 12 Personen, die sich mit mir in des Meeres und des Lebens Wellen stürzen wollen. Manch vertraute Namen sind auf der Teilnehmer*innen-Liste. Manch neue. Es ist, wie immer, spannend, was entstehen wird.

Immer wieder Schreiben am Meer …

Schreiben ist Abenteuer auf Papier. Aus Buchstaben werden Wörter. Aus Wörtern Sätze. Aus Sätzen Geschichten. Geschichten, die in uns schlummern. Geschichten, die uns ausmachen. Geschichten, die erzählt werden wollen. Geschichten, die noch kommen. Innere Bilder werden sichtbar. Begebenheiten bekommen neue Wendungen. Erkenntnisse stehen plötzlich auf Papier. Altes wird abgeladen. Neue Ideen dürfen wachsen. Der Kreativität und dem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt.

Nasen-Gespräche

Zum Kennenlernen widmen wir uns ausführlich unseren Nasen, die uns immer voraus sind, die wir in so manches hineinstecken, die wir rümpfen oder in die Luft halten und genießen. Zu zweit im Interview entdecken wir die Besonderheiten unseres Gegenübers, kleiden die Nasenerfahrungen in eine

„7 Minten Terrine“. Ein Schreibformat, das Zeit gibt, eine Geschichte entstehen zu lassen und die Zeit begrenzt, um sich nicht im Text zu verirren. „Elfchen“ bringen die Nasengeschichten auf den Punkt.

(Methode aus 66 Schreibnächte von Katrin Girgensohn, Ramona Jakob)

Das erste Vorlesen macht uns miteinander bekannt. Ein erstes Hinhören. Den Klang der Stimmen wahrnehmen. Horchen, wie andere schreiben. Den eigenen Text einer Gruppe vortragen. Sich selbst zeigen. Freudig gespannt sein auf die Reaktionen der anderen.

Vorlesen in einer Gruppe ist ein Geschenk und eine Herausforderung in einem. Jeder Text ist herzlich willkommen. Jede Stilrichtung eine Überraschung. Die Vielfalt faszinierend.

Landscaping – handscaping – sandscaping

Die innere Landkarte, Orte, die uns guttun, Plätze, die mit bestimmten Erinnerungen und Erfahrungen verknüpft sind, … auf der Lebenslandkarte hat viel Platz.

Einem besonderen Ort gönnen wir ausgiebig viel Zeit zum Schreiben. Manch andere Plätze der Lebenslandkarte würdigen wir mit „Fragmenten“.

Ich erinnere mich … bringt so manches zu tage, was schon in Vergessenheit geraten ist.

Das Teilen der Geschichten und das Erzählen über die Schreiberfahrungen bringt ins Gespräch.

(Anregung aus Atlas der Erlebniswelten, Jean Klare, Louise van Swaaij, Landkarte der Befindlichkeiten Schlüssel Und Blume blumegrmn.blogspot.com)

Mein Leben – ein Stickbild

Wir dürfen auf 81 Jahre gesticktes Leben von Ottavia, unserer Hotelchefin, einen Blick werfen. 10 Jahre ihres Lebens hat sie an ihrem LebensBild gearbeitet, ohne Vorlage – einzig die eigenen Erfahrungen, Geschichten und Bilder im Kopf, umgesetzt auf Stoff mit Nadel, bunten Garnen im Kreuzstichmuster. Ein Meisterwerk.

Stolz präsentiert sie ihr Werk und schenkt uns einige Anekdoten aus ihrem bewegten Leben.

Aus der Gruppe entsteht dazu ein Geschichtenbuch – ein Geschenk an Ottavia, „die es nicht so mit dem Schreiben hat!“

Und … das nächste Bild ist bereits begonnen, denn das Leben geht weiter!

(Herzlichen Dank für die Druckerlaubnis des Stickbildes von Ottavia)

Meine Hand

Mit Pinsel und Farbe die Lebenslandschaften der Handfläche erkunden, damit startet das handscaping, kennengelernt bei Angela Dorrer (www.andorrer.at)

Die eigene Handinnenfläche hält eine Fülle an Landschaften bereit, die es zu entdecken und zu bemalen gilt. In sich versunken malen und einer Hand alle Aufmerksamkeit gönnen. Bunt und vielfältig zeigen sich die Handflächen. Daraus entstehen Geschichten, Gedichte, Elfchen, Telegramme, … wortgewaltig flitzen die Stifte übers Papier. In einer Ode würdigen wir unsere Hände.

Im Sand spüren wir Glücksmomente auf und verewigen diese in Texten.

Immer wieder Grado …

Meeresluft, Sand zwischen den Zehen, Cappuccino im Cafe ums Eck, Aperol vorm Schlafengehen, Eis an jeder Ecke, Spaziergänge, Sonnenauf- und -untergänge, Musik in den Straßen, leckeres Essen, …

… Gespräche, miteinander Lachen und Staunen, tiefe Gefühle und luftig-leichte Geschichten. Briefe verschicken. Zettelchen schreiben.

Nicht zu vergessen die Insel Barbana. Ein Schiffsausflug. Schreiben unter Pinien. Und am Abend ein Inselfest, gemeinsames Schmausen, Geschichten erzählen, das Leben miteinander teilen, Gemeinsamkeiten entdecken und Unterschiede aufspüren. Aufeinander neugierig sein. Für alles ist Platz. Das Leben schlägt Wellen in Grado. (Fotos & Zeichnungen: Birgit Lattschar | Susanne Hölzl)

Susanne Hölzl, MA | ZÜNDHÖLZL e.U. l Unternehmensberatung & Training l Biografiearbeit l Coaching & Supervision l www.zuendhoelzl.at

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LebensMutiges – in Bewegung

Kreative Schreibtage | Seit zehn Jahren finden in Grado zum Sommerausklang die kreativen Schreibtage (KBW Wien) unter dem Motto ‚Des Meeres und des Lebens Wellen‘ statt.

Seit zehn Jahren stöbere ich vielfältige Schreib- und Kreativmethoden auf und lasse sie in dieses Seminar einfließen.

Seit zehn Jahren kristallisiert sich eine fixe Schreiber*innen-Gruppe heraus, immer wieder aufgefrischt von einzelnen Neuen, die mit uns den Stift schwingen.

10 Jahre sind genug in dieser Form – ein neues Format entsteht – ‚

GRADO NEU‘.

Poesie … Biblio… – was?

Die gängigste (Fehl-)Annahme bezüglich Poesie- und Bibliotherapie ist die, dass sie mit der Bibel in Zusammenhang gebracht wird. So abwegig ist das gar nicht, denn als „Buch der Bücher“ enthält sie Bibelstellen, die sich auch für therapeutische Zwecke eignen können, jedoch hat diese Therapieform keinen originär religiösen Hintergrund. Sie geht prinzipiell von Texten aus, vor allem in Form von Literatur, einerseits als Denkanstoß (Bibliotherapie), andererseits als Ausgangspunkt eigenen Schreibens (Poesietherapie). Das Wissen um die Heilkraft von Poesie war bereits in der Antike bekannt.

„GEHEN IST DES MENSCHEN BESTE MEDIZIN“

Manchmal beginnt es ganz leise. Wie eine Ahnung, eine innere Sehnsucht, die sich nicht sofort in Worte fassen lässt. Ein Ruf, der spürbar wird – und einlädt, sich auf den Weg zu machen. Wenn ich gehe, besonders in der Natur, beginnt sich etwas in mir zu ordnen. Gedanken werden klarer, innere Knoten lösen sich. Mit jedem Schritt entsteht mehr Ruhe und Weite – und ich komme wieder bei mir selbst an. Das Gehen schenkt mir Abstand zum Alltag. Schritt für Schritt lasse ich los, was mich beschäftigt, und es entsteht Raum für das, was wirklich wesentlich ist.

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